Geschichte

Ein Blick in die Historie

Die Geschichte des Musikvereins beginnt mit der Gründungsversammlung am 19. Juli 1969 bei der bereits 46 Personen in den neuen Verein eintraten.
Der neu gegründete Verein trat 1969 dem Nordbayerischen Musikbund e.V. bei.

Die Erleinsbacher Musikanten bei NBMB.

Wie kam es dazu?

Der Musikverein ist zwar noch ein verhältnismäßig junger Verein, die Musiktätigkeit in Obereuerheim lässt sich jedoch viel weiter zurückverfolgen. Nun sind die Obereuerheimer seit jeher als ein lebenslustiges Völkchen bekannt. Und da zum Feiern neben der Sorge um das leibliche Wohl auch die Musik gehört, ist es nicht verwunderlich, dass schon vor über einem Jahrhundert Musiker zu verschiedensten Gelegenheiten ihre Mitmenschen mit Musik erfreuten.
Zuerst beschränkten sich die Auftritte vor allem auf kirchliche Anlässe. Man spielte bei Prozessionen, Bittgängen und Beerdigungen. Aus diesen lockeren Zusammenkünften der Musiker entwickelte sich bald eine Dorfkapelle, die im Jahr 1913 bereits 20 Mann zählte.

Nach dem 1. Weltkrieg erfuhr das Musikleben in Obereuerheim einen Aufschwung. Otto Küllstädt, ein ehemaliger Regimentsmusiker, übernahm die Leitung der Musikkapelle und bildete auch Nachwuchsmusiker im Instrumentalspiel aus. Die Kapelle erfreute sich vor allem bei Tanzveranstaltungen großer Beliebtheit und sorgte im Publikum stets für Stimmung. Otto Küllstädt leitete die Kapelle bis 1937.

Sein Nachfolger, der vor allem als Organisator und Manager der Musikszene Obereuerheims zu einem Begriff geworden ist, brachte es mit seinen zwei Musikanten zu einer wahren Meisterschaft im Anspielen von Jubilaren: Johann Lenz.

Besonders aktiv verfolgte man die bis heute bestehende Tradition des Silvesteranspielens. Dank der vielen feuchten Neujahrwünsche der Bevölkerung wurde der 31. Dezember für die wackeren Musiker zum anstrengendsten Tag des Jahres.

Nachdem der 2. Weltkrieg aller Musiktätigkeit ein Ende bereitet hatte, erfolgte 1946 der Neubeginn der Dorfmusik mit 6 Musikern um Johann Lenz. Auch diese Kapelle kam ohne einen Dirigenten aus. Dieser wurde vielmehr durch Zufall entdeckt. Als Adolf Wackerbauer 1963 in letzter Not für einen ausgefallenen Musiker einsprang, entpuppte er sich als hervorragender Bassbläser, blieb bei der Kapelle und übernahm alsbald die musikalische Leitung.

Als die Kapelle in den folgenden Jahren immer mehr Zuwachs – z.B. aus dem benachbarten Pusselsheim – bekam und bald über die Grenzen Obereuerheims hinaus bekannt wurde, schien die Zeit reif für die Gründung eines Musikvereins.

Die frühen Jahre des Musikvereins

Dirigent Adolf Wackerbauer war der erste Dirigent des Musikvereins und übergab im Jahr 1975 den Dirigentenstab an Theo Zehe.

Kapelle Adolf Wackerbauer, 1974 Laurenzi-Fest (Foto: MVO-Archiv)

Zum 10-jährigen Jubiläum im Jahr 1979 richtete der MVO ein Kreismusikfest aus. Ein mächtiger Kraftakt für den kleinen Verein. Über 1000 Musikanten übersäten beim Gemeinschaftschor den Dorfplatz an der Linde.

Kreismusikfest, 1979, Gemeinschaftschor an der Linde (Foto: MVO-Archiv)

„Erleinsbacher Musikanten“

Mit Beginn der 1980er Jahre wurden die Auftritte und Engagements anspruchsvoller. Unter der Leitung von Theo Zehe verschrieb sich die in „Erleinsbacher Musikanten“ umbenannte Kapelle voll und ganz der Stimmungsmusik und Bierzeltunterhaltung.

Die Kapelle zwischen ’75 und ’92 (Foto: MVO-Archiv)

Nicht selten spielten die Musiker auf Festen, die von bis zu 2000 und mehr Gästen besucht waren. Das Repertoire erweiterte sich in Windeseile, gleichzeitig formierte sich eine kleine Besetzung mit Gitarre, Keyboard, E-Bass und Schlagzeug, die es ermöglichte, beliebte Schlager, Stimmungsmusik, Rocksongs und aktuelle Charts zu präsentieren.

Weinfest Donnersdorf, 1990 (Foto: MVO-Archiv)

1992 reichte Theo Zehe den Dirigentenstab an Werner Aumüller weiter, der sein Hobby zum Beruf machte. Er studierte Trompete am Hermann Zilcher-Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Würzburg und kam als diplomierter Musiklehrer zur Kapelle zurück. Eine seiner ersten Aktivitäten war die Reaktivierung der Nachwuchsausbildung. Bereits 1989 schon engagierte man Ausbilder für Holz- und Blechblasinstrumente, sowie Schlagwerk.

Die Kapelle zwischen ’92 und ’98 (Foto: MVO-Archiv)

Mit Werner Aumüller hielt die Konzertante Blasmusik Einzug im Musikverein. Die Konzerte im Saal des Schwarzen Adlers, im Schlosshof, sowie in der TSV Halle in Grettstadt und auch das traditionelle Weihnachtskonzert in der St. Laurentius-Kirche erfreuten sich immer größerer Beliebtheit.

1998 übernahm Michael Seufert aus Dürrfeld das Amt des Dirigenten. Er absolvierte das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden und diente als Flügelhornist im Heeresmusikkorps Veitshöchheim. Sein Steckenpferd war die Böhmische Blasmusik. Neben seiner Dirigententätigkeit komponierte er neue Blasmusikwerke und arrangierte den einen und anderen Choral, die bis heute zum festen Repertoire der Erleinsbacher Musikanten gehören.

Die Kapelle zwischen ’98 und 2017 (Foto: MVO-Archiv)

Heute

Seit 2017 leitet Andreas Pickel aus Alitzheim die Kapelle des MVO. Seine musikalische Ausbildung begann als Student an den Berufsfachschulen für Musik in Sulzbach-Rosenberg und Bad Königshofen. Fortsetzen wird er seine Musikstudien an der Hochschule für Musik Franz Listz in Weimar. Seine Ausbildung im Fach Blasorchesterleitung schloss er als einer der besten Dirigenten Bayerns ab.

Mit ihm nahm die Kapelle seit längerer Zeit wieder bei einem Wertungsspiel teil und erzielte einen sehr guten Erfolg in der Mittelstufe.

Unser Repertoire umfasst böhmisch-mährische Blasmusik sowie moderne konzertante Stücke.

Unser Können präsentieren wir jährlich bei einem Konzert im Frühjahr und bei einem weihnachtlichen Konzert. Weitere musikalische „Augenblicke“ sind einige kirchliche und weltliche Auftritte, bei denen wir gerne die Zuhörer von „Freund zu Freund“ unterhalten.

Im Detail kann die 50-jährige Geschichte des Musikvereins in unserem Jubiläumsheft nachgelesen werden.

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